Der Fall Collini

Veröffentlicht am 8. Oktober 2025 um 10:33

Ist ein Urteil jemals gerecht oder nur gesetzeskonform? - Ein Roman über Schuld, Gerechtigkeit und die blinden Flecken des Rechtssystems.

Ferdinand von Schirach (geb. 12. Mai 1964 in München) ist ein deutscher Jurist und Schriftsteller. Nach dem Jurastudium arbeitete Ferdinand von Schirach viele Jahre als Strafverteidiger in Berlin; die Erfahrungen aus der Praxis prägten seine nüchterne, präzise Erzählweise. 2009 wurde er mit dem Erzählband „Verbrechen“ schlagartig bekannt, es folgten „Schuld“, der Roman „Der Fall Collini“ sowie das Theaterstück „Terror“, in denen er Fragen nach Schuld, Verantwortung, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit verhandelt. Neben weiteren Prosabänden initiierte er Debattenbücher und Essays zur Stärkung grundlegender Rechte in Europa. Von Schirach lebt in Berlin; seine Texte sind für ihre klare Sprache, moralische Ambivalenz und die Nähe zur juristischen Wirklichkeit geschätzt und wurden vielfach verfilmt und auf Bühnen gebracht.

Der Fall Collini

Ein Attentat im Berliner Hotel Adlon: Der unauffällige Italiener Fabrizio Collini erschießt den angesehenen Industriellen Hans Meyer – gesteht ruhig und sagt kein Wort zum Motiv. Der junge Pflichtverteidiger Caspar Leinen steht vor einem Rätsel und vor einem Dilemma: Er hat eine persönliche Vergangenheit mit dem Opfer. Als Leinen trotzdem weiterermittelt, stößt er auf ein Stück deutscher Rechtsgeschichte, das nie richtig aufgearbeitet wurde – und auf eine Entscheidung, die bis heute nachhallt.

"Seit Philipps Tod hatte er sich verändert, er war still geworden, die Dinge wurden ihm fremd. Oft hatte er das Gefühl, er sei aus sich selbst herausgezogen worden. Er beobachtete sich von außen und bewegte seinen Körper wie mit Fernsteuerung. Dann glaubte er, er habe das Dunkle seines Vaters geerbt."

 

"Bin ich das alles auch?", fragte sie. Ihre Lippen zitterten.

"Du bist, wer du bist", sagte er.

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