Romantik
(1795-1830)
"Lebensstufen",von Caspar David Friedrich , gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org
Geschichtlicher Hintergrund
Die Romantik setzte nach der Weimarer Klassik ein und stellte bewusst einen Gegenentwurf dar: Statt Maß, Harmonie und Vernunft betonte sie Gefühl, Fantasie, Sehnsucht und das Unendliche.
Politisch geprägt war sie von den Napoleonischen Kriegen, der Restauration nach 1815 und wachsender Unzufriedenheit im Bürgertum, die 1848 zur Revolution führte.
Begriffsbestimmung „romantisch“
Der Begriff romantisch bedeutete ursprünglich „wie in einem Roman erzählt“ – etwas Wunderbares, Geheimnisvolles, Fantastisches.
In der Literatur der Romantik wurde er zur Chiffre für das Streben nach dem Unendlichen, für Sehnsucht, Fantasie und Gefühl.
Das Romantische ist immer offen, fragmentarisch, voller Sehnsucht und nie abgeschlossen – es steht für das Unbegrenzte, das sich der Rationalität entzieht.
Charakteristika der Literatur
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Leitmotive: Sehnsucht, Unendlichkeit, Natur, Nacht, Liebe, Traum, Geheimnisvolles
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Ironie: spielerische Distanz zum eigenen Werk
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Fragment: offene Form als Symbol des Unendlichen
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Kunstverständnis: Universalpoesie – Literatur soll alle Künste verbinden
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Dichtung als Freiheit: Romantische Autoren verstanden das Dichten als freien, schöpferischen Akt, der nicht an Regeln, Nutzen oder Moral gebunden ist. Die Fantasie des Dichters galt als höchste schöpferische Kraft – frei, subjektiv und grenzenlos.
Strömungen der Romantik
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Frühromantik (1795–1804): Jena (Novalis, F. & A.W. Schlegel, Tieck). Philosophie & Universalpoesie.
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Hochromantik (1804–1815): Heidelberg (Brentano, Arnim, Brüder Grimm). Volkslied, Märchen, Nationalgefühl.
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Spätromantik (1815–1848): Berlin & Wien (Eichendorff, Hoffmann, Bettina von Arnim). Fantastik, Religiosität, Märchenhaftes.
Bedeutende Vertreter
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Novalis: Hymnen an die Nacht, Heinrich von Ofterdingen („blaue Blume“).
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Tieck: Der blonde Eckbert, Märchen und Theaterstücke.
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Friedrich Schlegel: Theoretiker, Roman Lucinde.
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August Wilhelm Schlegel: Übersetzer, Literaturtheoretiker.
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Brentano & Arnim: Des Knaben Wunderhorn (Volkslieder).
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Gebrüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen, Germanistik.
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Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts, Lyrik (Mondnacht).
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E.T.A. Hoffmann: Fantastische Erzählungen (Der Sandmann).
Bedeutende Werke
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Novalis: Hymnen an die Nacht, Heinrich von Ofterdingen
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Tieck: Der blonde Eckbert
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F. Schlegel: Lucinde
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Brentano & Arnim: Des Knaben Wunderhorn
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Grimm: Kinder- und Hausmärchen
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Eichendorff: Taugenichts; Gedicht Mondnacht
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Hoffmann: Der Sandmann, Die Elixiere des Teufels
Bedeutung der Epoche
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Romantik definierte das Romantische als Sehnsucht nach dem Unendlichen.
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Sie erhob Dichtung zur freien Kunst: Fantasie statt Regel, Gefühl statt Nutzen.
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Rückbesinnung auf Volkslieder, Märchen, Mittelalter → Stärkung nationaler Identität.
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Verbindung von Literatur, Musik, Malerei → bis heute prägend (z. B. Schuberts Lieder auf Eichendorff-Texte).
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Einfluss auf moderne Fantastik, Märchen- und Symboldichtung.