Was ist im Menschen unveränderlich? Kann man Verlust und Einsamkeit jemals überwinden? Ist es möglich eine schwierige Kindheit jemals hinter sich zu lassen?
Benedict Wells (*1984, München) ist ein deutsch-schweizer Schriftsteller. Nach dem Abitur zog er 2003 nach Berlin, schlug sich mit Nebenjobs durch und schrieb seine ersten Romane. Mit „Becks letzter Sommer“ (2008) debütierte er viel beachtet; die Verfilmung folgte 2015. Es erschienen „Spinner“ (2009), „Fast genial“ (2011) und der Durchbruch „Vom Ende der Einsamkeit“ (2016), ausgezeichnet u. a. mit dem European Union Prize for Literature. 2018 legte er den Erzählband „Die Wahrheit über das Lügen“ vor, 2021 den Coming-of-Age-Roman „Hard Land“, der zum Bestseller wurde. Wells’ Prosa verbindet klare, zugängliche Sprache mit emotionaler Tiefe, oft getragen von Musik- und Popkultur-Anspielungen sowie Motiven wie Verlust, Freundschaft und Selbstfindung. Er lebt nach Stationen in Berlin, Barcelona und München überwiegend in der Schweiz.
Benedict Wells wurde als Benedict von Schirach geboren. Er ist der Bruder der Philosophin Ariadne von Schirach und ein Cousin des Autors Ferdinand von Schirach. Sein Vater ist der Sinologe Richard von Schirach, seine Mutter ist Schweizerin; daher besitzt er neben der deutschen auch die schweizerische Staatsbürgerschaft. 2003 legte er das Abitur ab und ließ mit 19 Jahren seinen Familiennamen amtlich ändern: Er legte „von Schirach“ ab, um nicht mit der NS-Vergangenheit seines Großvaters Baldur von Schirach in Verbindung gebracht zu werden, und wählte „Wells“ in Anlehnung an die Figur Homer Wells aus John Irvings Roman „Gottes Werk und Teufels Beitrag“.
Vom Ende der Einsamkeit
Jules, Liz und Marty verlieren als Kinder ihre Eltern – und damit das Fundament, das sie hielt. Jeder geht seinen eigenen, holprigen Weg, bis Jules der stillen Alva begegnet, einer Seelenverwandten, die ihm zeigt, wie Nähe gegen die Dunkelheit ankommt. Jahre, Städte, Zufälle und Verfehlungen treiben die beiden auseinander und wieder zusammen; dazwischen liegen Musik, Fotografie, Krankheit, Schuld und die Frage, ob man das Vergangene heilen kann, indem man ihm ins Gesicht schaut. „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ein leiser, sehr bewegender Roman über das Erwachsenwerden und die zweite Chance, über Erinnerung als Trost und als Falle. Er liest sich klar und warm, ohne Kitsch, und fängt diese seltenen Momente ein, in denen das Leben plötzlich Sinn ergibt. Wer Geschichten liebt, die noch lange nachklingen, wird hier eine finden, die man nicht so schnell vergisst.
"Wir sind von Geburt an auf der TItanic. Wir gehen unter, wir werden das hier nicht überleben, das ist bereits entschieden. Nichts kann das ändern. Aber wir können wählen, ob wir schreiend und panisch umherlaufen, oder ob wir wie die Musiker sind, die tapfer und in Würde weiterspielen, obwohl das Schiff versinkt.“
"Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet uns nichts und die Dinge passieren einfach, wie sie passieren. Manchmal sind sie fair und alles ergibt einen Sinn; manchmal sind sie so unfair, dass wir alles in Frage stellen. Ich zog die Maske vom Gesicht des Schicksals und alles, was ich darunter fand, war Zufall.“
"Nie den Mut gehabt, sie zu gewinnen, immer nur die Angst, sie zu verlieren.“
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